Um es vorweg zu nehmen. Wir haben die neue Olympus E-.30 unter harten Praxisbedingungen in schwedisch Lappland auf Herz und Nieren getestet. Wichtig waren für uns nicht die technischen Daten. Diese können Sie hier (Olympus E-30) finden.
Sondern unser Ziel war es herauszufinden ob die E-30, die die Lücke zwischen dem Flagschiff der Olympus E-3 und der Olympus E-620 herstellt, in der Lage ist im harten Profialtag zu bestehen. Die Testphase ging den gesamten Februar hindurch. Interessant war für uns ob gerade die Praxistauglichkeit, sprich Robustheit im Vergleich zur E-3 gegeben ist.
Da wir ja hauptsächlich in der Outdoorfotografie unterwegs sind, sind Gehäusestabilität und Unempfindlichkeit gegen eindringenden Staub und Feuchtigkeit bei der Wahl der Kamera wichtig. Die E-30 hat Temperaturen von bis zu minus 33 Grad problemlos überstanden und funktionierte auch bei mehrstündigen Außeneinsatz zuverlässig. Das dass 2,7 Zoll große Display ab minus 10 Grad etwas träger wird ist völlig normal und war auch bei Temperaturen bis über minus 30 Grad noch erträglich. Alle Informationen ließen sich einwandfrei ablesen.
Besonders gut hat uns der Drehkopf zur Wahl der Belichtungseinstellungen (A,S,M) und der neuen Art Filter überzeugt. Im Gegensatz zur E-3 kann nun auch wieder mit Handschuhen gearbeitet werden. Wer bei kalter Witterung unterwegs ist wird dankbar für diese Einstellmöglichkeit sein. Die ART Filter finden wir persönlich an solch einer durchaus im semiprofessionellem Bereich angesiedelten Kamera als überflüssig aber sie müssen ja nicht genutzt werden.
Warum Drehknopf ? aus der Praxis
Beim arbeiten in eisiger Kälte fängt schon einmal die Nase an zu laufen. Fällt nun ein Tropfen auf die eisige Kamera gefriert er sofort, Mit den kleinen Taster wie sie z.B. bei der E-3 verbaut wurden ist Schluss mit fotografieren. Es muss erst einmal wieder aufgetaut werden. Dies Risiko ist durch den Drehknopf deutlich verringert.
Wir haben die E-30 öfters in den Schnee gedrückt selbst durch eine Unachtsamkeit verursachtes völliges einschneien hat sie und das Zuiko 14-54 II Objektiv schadlos überstanden.
Häufige Wechsel von warmen Bereichen z.B rein ins Haus und wieder raus in die Kälte steckt die E-30 ohne mucken weg. Zu beachten ist hier wie bei allen Spiegelreflexkameras, das erst nach völliger Akklimatisierung der Kamera das Objektiv gewechselt werden sollte. Sonst kommt Kondensfeuchtigkeit in die Kamera und der Spiegel kann beim nächsten Kälteeinsatz festfrieren.
Eine weitere Neuerung ist die eingebaute elektronische Wasserwaage die über die INFO Taste einzublenden ist. Ein sehr hilfreiches Feature bei Landschaftsaufnahmen allemal. Gerade wenn mit extremen Weitwinkel Brennweiten wie mit dem Zuiko 7-14 mm gearbeitet wird. Durch die schon angesprochene Trägheit des Displays bei niedrigen Temperaturen sollte dennoch mit der Dosenlibelle kontrolliert werden.
Sehr gut gefällt auch, dass der Batteriehandgriff der E-3 auch an der E-30 verwendet werden kann. Dies erhöht die Standzeit enorm. Für uns unverzichtbar.
Beim Auswerten der Aufnahmen lies die Bildqualität auch bei höheren ISO Werten (-800) unser Olympus Herz höher schlagen. Ein durchweg geringeres Rauschen bei höheren ISO Zahlen als bei der E-3 war festzustellen.
Die Lichtverhältnisse in schwedisch Lappland sind zu dieser Jahreszeit extrem schwierig. Blau in allen Facetten über den gesamten Tag. Dennoch, wir haben fast ausschließlich mit dem automatischen Weißabgleich gearbeitet. Er hat bis auf wenige Situationen in denen auch die weitaus kostspieligeren Kameras anderer Hersteller versagten hervorragend gearbeitet.
Etwas störend war bei Verwendung eines Graufilters mit höherer Dichte das die Belichtungsmessung hier nicht einwandfrei funktionierte und drastische Fehlwerte anzeigte. Dies ließ sich kompensieren indem die Belichtungseinstellungen manuell vorgenommen wurden.
Auf den Huskytouren waren die möglichen 5 Bilder/Sekunde und der superschnelle Autofokus eine gute Unterstützung für eine reiche Ausbeute an guten Aufnahmen. Leider ist bei Aufnahmen im RAW Format nach 8 Bildern erst einmal Schluß dann muss gespeichert werden.
Ergebnis.
Die E-30 ist eine stabile zuverlässige Kamera. Die mit ihrem glasfaserverstärktem Kunststoffgehäuse auch härte Beanspruchungen wegsteckt. Das Gehäuse ist immer noch so gut abgedichtet das auch in extremen Schneesituation ohne Beutel etc. gearbeitet werden kann. Die Meßelektroniken liefern durchweg gute Ergebnisse. Die Kamera wird sicherlich das Leben der E-3 schwerer machen.